Goldmann Reisen

Blühendes England - Landschaftsparks und Gärten

Zu den schönsten Kapiteln der Kulturgeschichte gehört die Entwicklung des englischen Landschaftsgartens. Das Landhaus mit seiner Komposition aus Architektur, Inventar, Sammlungen inmitten eines nach allen Regeln der Kunst gestalteten und doch natürlich anmutenden Parks ist ein englischer Exportschlager geworden – bewundert und oft kopiert in aller Welt. Unsere Reise in den Westen und Südosten Englands führt uns zu einigen der wichtigsten dieser Parks in den Grafschaften Oxfordshire, Sussex und Kent. Die Universitätsstadt Oxford, die altehrwürdige Kathedralstadt Canterbury und das quirlige Seebad Brighton stehen exemplarisch für alles, was wir heute als typische Britishness bezeichnen, jeder Ort ist voll von Geschichte und Geschichten. Blühende Gärten, gestaltete Parklandschaft, feinsinnige bis exzentrische Architektur – dies alles mit einer frischen Brise englischer Landluft – braucht es mehr für eine erlebnisreiche und inspirierende Sommerreise?

1. Tag (Mi): Welcome to England!

Vormittags Flug von Zürich nach London. Auf der Insel angekommen, werden wir gleich von einer Sinfonie der Gartenbaukunst empfangen. Auf dem Weg nach Oxford liegt Cliveden Park, der von der Familie Hamilton und dem Prince of Wales im 18. Jh. zu einem Gartenreich gestaltet wurde. Tempel und Rasenparterren, Grotten und Seen, künstliche Ruinen und Baumgruppen geben uns einen ersten Eindruck, welche Vielfalt der Formen uns in den nächsten Tagen erwartet. 4 Übernachtungen und Abendessen in Zentrum von Oxford.

Blick über Oxford

2. Tag (Do): Stowe und St. Albans

Der Garten von Stowe steht für viele als grosser Auftakt für den Englischen Landschaftsgarten. Hier entwarf der in Italien als Maler ausgebildete William Kent das erste Ensemble, welches auf Natürlichkeit ausgerichtet war. Man trennte sich von geometrischen Gesamtentwürfen, schuf abwechslungsreiche, überraschende und stimmungsvolle Gartenpartien. Am Nachmittag besuchen wir St. Albans, Begräbnisort des Erzmärtyrers der britischen Insel. Über seinem Grab errichteten die normannischen Eroberer nach 1066 eine der ersten Grosskirchen in ihrem Stil. Hier bekommen wir eine Idee von der zweiten bedeutenden Kunstepoche, der Kathedralgotik, auf die man in England besonders stolz ist.

St. Albans

3. Tag (Fr): Von der Gartenkunst zum Hobbygarten

Croome Park ist eine der grossen Wiederentdeckungen in der Gartenkultur. Jahrzehnte der Verwahrlosung hatten den Park bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Nach der Übernahme durch den National Trust können wir jetzt wieder Türme, Villen, Monumente, Kapellen und Brunnen in alter Schönheit bewundern. Am Nachmittag Fahrt nach Hidcote Manor. Bis zum heutigen Tag gilt für viele Briten „gardening“ als Nationalhobby. Als eines der wichtigsten Vorbilder für jene privaten, kleinteiligen, ja kleinbürgerlichen Gärten gilt Hidcote, welches sich der Amerikaner Lawrence Johnson ab 1910 schuf. Blumenrabatten und geschnittene Hecken, seltene Baumarten und Mini-Teiche lassen den Charakter des englischen Wohnzimmers mit „Rüsch und Plüsch“ im Garten weiterleben.

Hidcote Manor

4. Tag (Sa): Oxford und Blenheim Palace

Italiensehnsucht und Antikenrezeption galten für viele Gartenbegeisterte um 1730 als geistiger Ausgangspunkt ihres Strebens. Das manifestiert sich besonders in der Sammlung des Ashmolean Museums von Oxford. Die Universitätsstadt hat viele Geistesschaffende des 18. Jh. geprägt, beim Spaziergang durch die Gassen erfahren wir mehr über Colleges und Sportbegeisterung. Im Sheldonian Theatre fühlen wir uns wie in einem Amphitheater, selbst der Himmel über uns ist garantiert blau. Nördlich von Oxford liegt der Palast von Blenheim, den der erste Herzog von Marlborough sich nach dem Sieg über die Franzosen schuf. Das mächtige Schloss von John Vanbrugh atmet den barock-majestätischen Stil, der umliegende Park wurde als Landschaftsgarten umgestaltet.

Blenheim Palace

5. Tag (So): Chiswick House und Painshill

Parallel zur neuen englischen Gartenbewegung verlief die Wiederentdeckung des Renaissance-Architekten Andrea Palladio. Das bekannteste Beispiel für diesen Neopalladianismus ist Chiswick House im Westen von London. Der Besitzer Lord Burlington war gleichzeitig der Architekt, als „dilettierender“ Anreger hat er in vielen Bereichen die Künstlerbewegung unterstützt, ja inspiriert. Nach dem Mittag Fahrt nach Painshill im Süden der englischen Hauptstadt. Hier zeigt sich, dass die Elemente der klassischen Architektur wie Tempel und Villen im Einklang mit der eigenen Tradition stehen, was der Gotische Tempel, der Gotische Turm und die Abteiruine im Park zeigen. Selbst exotische Verrücktheiten wie ein Türkisches Zelt dürfen nicht fehlen. 4 Übernachtungen und Abendessen im historischen Kurort Tunbridge Wells.

Chiswick House

6. Tag (Mo): Sommerfrische in Brighton

Zu den berühmtesten Schöpfungen von Lancelot Capability Brown zählt Petworth Park in West Sussex, welcher unser erstes Ziel ist. Brown steht für die Weiterführung des englischen Landschaftsparks in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, seine Anpassungsfähigkeit und sein Einfallsreichtum, aus jeder landschaftlichen Situation ein Gartenkunstwerk zu kreieren, brachten ihm den Ehrennamen „Capability“ ein. Das Meer darf auf einer Englandreise natürlich nicht fehlen! Brighton ist das erste und bis heute bekannteste Seebad Englands. Hier begegnet uns der Royal Pavillion, Inbegriff aller englischen Architektur-Verrücktheiten, den Prinz Georg ab 1787 als Villa am Meer und Provokation für seine Zeit errichten liess.

Royal Pavillion in Brighton

7. Tag (Di): Sheffield Park und Leeds

Die Anlegung eines Parks darf nicht als statisch angesehen, einmal gefundene Lösungen können weiterentwickelt werden. Das zeigt uns sehr anschaulich der Garten von Sheffield Park, welcher bis ins 20. Jh. immer wieder umgestaltet wurde. In seinen Wiesengründen schlug auch eine wichtige Geburtsstunde für die englischste aller Sportarten, für Cricket. Am Nachmittag unternehmen wir einen Ausflug zu den englischen Königen. Leeds Castle diente als Jagdschloss der Herrscher bis in die Zeit Heinrichs VIII. Auch diese mittelalterliche Wasserburg wurde seit dem 18. Jahrhundert in einen grossen Landschaftspark eingebettet, auch ein typischer Irrgarten durfte nicht fehlen.

Sheffield Garden

8. Tag (Mi): Altehrwürdiges und Exzentrisches

Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist der Erzbischof von Canterbury, dessen Kathedrale wir heute besuchen. An der Stätte der Ermordung von Thomas Beckett wurde ab 1170 Englands erster gotischer Kirchenbau errichtet. Das Städtchen zeigt sich im alten Charme und lädt zu einem Bummel ein. Die Schriftstellerin Vita Sackville-West spielte viele „Rollen“ in ihrem Leben, sie war Muse von Virginia Woolf und skandalumwitterte Ehefrau des Diplomaten Harold Nicholson. Ihr schöpferisches Werk aber ist Sissinghurst Garden, wohl der berühmteste aller modernen englischen Gärten. Das Zusammenspiel der verschiedenen Teile, vom Bauern-, Kräuter- und Nutzgarten bis zum Weissen- und Rosengarten offenbart uns eine wunderbare Symbiose von Funktion und Sinnlichkeit.

Kreuzgang der Kathedrale von Canterbury

9. Tag (Do): Good bye to England!

Am Vormittag bleibt noch etwas Zeit für einen Bummel durch Tunbridge Wells. Transfer nach Heathrow und Rückflug nach Zürich am Nachmittag.

Bildnachweis

Reisetermin

4. - 12. Juli 2018
(9 Reisetage)

Reiseleitung

Uwe Zenner
Uwe Zenner

Unser Tipp: Der Englische Landschaftsgarten: Nationale Selbstfindung und kulturelle Ausstrahlung ist der Titel eines Seminars, das Uwe Zenner am 5. April 2018 in Zürich anbietet. Die Veranstaltung findet im Breitinger-Saal der Helferei Zürich statt, beginnt 14.00 Uhr und dauert 2 x 60 Minuten. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

 

 

Leistungen

Flug von Zürich nach London und zurück
Fahrt im bequemen Reisebus

8 Übernachtungen mit Frühstück
in gehobener Hotelklasse

8 Mittag- bzw. Abendessen

Eintritte und Führungen lt. Programm

Reiseliteratur

Mindestteilnehmerzahl: 12 / maximal 25

 

Reiserücktritts-Versicherung
(fakultativ): ab SFr. 133

Reiserücktritts-Jahresversicherung
(fakultativ): SFr. 109

Preis pro Person im Doppelzimmer:
SFr. 2940
Preis pro Person im Einzelzimmer:
SFr. 3620