Dauer

5 Reisetage

Reiseleitung

Timo Goldmann
Timo Goldmann

 

Leistungen

  • Fahrt im bequemen Reisebus ab Zürich
  • 4 Übernachtungen mit Frühstück in gehobener Hotelklasse
  • 4 Abendessen und 2 Mittagsimbisse
  • Besichtigungen und Führungen lt. Programm
  • Reiseliteratur
  • Mindestteilnehmerzahl: 12 / maximal 22

Preis pro Person im Doppelzimmer:
CHF 1730 
Preis pro Person im Einzelzimmer:
CHF 1830

Reiserücktritts-Versicherung
(fakultativ): ab CHF 46

Die Karsthöhlen am Südrand der Schwäbischen Alb gehören zu den wichtigsten urgeschichtlichen Fundstellen der Welt. Neandertaler und frühe moderne Menschen lebten hier während der letzten Eiszeit. Hier entwickelten sie vor rund 40.000 Jahren im Jungpaläolithikum - also dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit - nicht nur neue Werkzeugtechniken, sondern schufen auch einzigartige Kunstwerke und die ersten Musikinstrumente. Die mit Steingeräten aus Mammutelfenbein geschnitzten Figuren stellen bedrohliche Tiere wie Höhlenbären und Löwen oder Jagdbeute wie Wisente und Wildpferde dar. Sie alle repräsentieren die weltweit ältesten Objekte beweglicher Kunst und stehen wie die Höhlen, in denen sie entdeckt wurden, seit 2017 auf der Welterbeliste der Unesco. Auf unserer Reise besuchen wir in Stuttgart, Tübingen, Ulm und Blaubeuren die Museen, in denen die gefundenen Kunstwerke - wie der berühmte Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel - heute aufbewahrt werden. Darüber hinaus erleben wir spätmittelalterlichen Schnitzaltären, eindrucksvollen Pfarr- und Klosterkirchen sowie Städte, die sich ein bedeutendes architektonisches Erbe bewahrt haben. Für unser leibliches Wohl sorgt im Michelin prämierten Hotel Hirsch in Sonnenbühl die schwäbische Koch-, Brau- und Winzerkunst.

 

1. Tag (Mo): Reise auf die schwäbische Alb

Im Tal der jungen Donau, vor beeindruckender Felsenkulisse, liegt das Benediktinerkloster Beuron. Hier entstand in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die sog. „Beuroner Schule“, die eine geistige und geistliche Erneuerung der christlichen Kunst anstrebte. Das heutige Kloster bildet mit seiner barocken und vom beuroner Stil geprägten Bausubstanz, seinen Kunstwerken und seiner Bibliothek ein wichtiges Denkmal im Südwesten Deutschlands. Nach der Mittagspause und einem kleinen Spaziergang durch die ehemals freie Reichsstadt Pfullendorf erreichen wir Meßkirch. In der Martinskirche sehen wir das berühmte Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch und die Bronzegrabmäler der Herren von Zimmern. Das nach französischen Vorbildern erbaute Schloss wurde richtungsweisend für Schloss- und Klosterbauten in Oberschwaben. 4 Übernachtungen und Abendessen in Sonnenbühl.

2. Tag (Di): Stuttgart und das Landesmuseum Württemberg

Angekommen in Stuttgart gelangen wir zum Schillerplatz, auf dem sich zahlreiche schöne Renaissancebauwerke befinden. Im Landesmuseum Württemberg, das sich im alten Stuttgarter Schloss befindet, besuchen wir die Abteilung für Ur- und Frühgeschichte. Hier bewundern wir eine Reihe steinzeitlicher Kleinplastiken, die während der letzten Eiszeit auf der Schwäbischen Alb entstanden sind. Weltberühmt ist die Stuttgarter Keltensammlung. Die Beigaben aus zahlreichen Prunkgräbern sind von einzigartiger Bedeutung für die europäische Archäologie und Kulturgeschichte; sie ermöglichen uns einen Blick auf das Leben der Kelten in Südwestdeutschland und ihre Vernetzung im prähistorischen Europa. Der Nachmittag ist frei. Ein Eldorado nicht nur für schwäbische Köchinnen und Köche ist die Markthalle.

3. Tag (Mi): Universitätsstadt Tübingen und Kloster Bebenhausen

In Tübingen verbindet sich das historische Flair einer liebevoll restaurierten mittelalterlichen Altstadt mit der bunten Betriebsamkeit und dem Lebensgefühl einer jungen Studentenstadt. Vom Marktplatz, der guten Stube Tübingens, gelangen wir durch die malerischen Gassen der Altstadt zum Holzmarkt mit der Stiftskirche. Im Universitätsmuseum für alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen sind die meisten Originalfundstücke aus Eiszeithöhlen von der Schwäbischen Alb zu sehen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Tübingen haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts die ältesten Belege für Kunst, Musik und Glaubensvorstellungen der frühen Menschen geborgen und erforscht. Die Figurinen, Flöten und Schmuckstücke aus Mammutelfenbein und Knochen sowie Tierfiguren wie die wundervolle Darstellung eines Wildpferds aus der Vogelherd-Höhle wurden vor rund 40.000 Jahren geschaffen. Nach der Mittagspause besuchen wir das vor den Toren Tübingens gelegene Kloster Bebenhausen.

4. Tag (Do): Ulm - Münsterstadt an der Donau

Der 162 Meter hohe Münsterturm überragt die alte Donaustadt Ulm. Der monumentale, ab 1377 errichtete Sakralbau birgt zahlreiche Kunstwerke wie spätgotische Altäre, farbige Glasfenster und das einzigartige Chorgestühl von Jörg Syrlin, das berühmte Männer und weise Frauen des Altertums zeigt. Ulms neue Mitte ist ein Aufsehen erregendes Stadtquartier, das in seiner modernen Formensprache bewusst auf die Kontrastwirkung zum Münster und zu den erhaltenen Altstadtvierteln setzt. Im Museum Ulm wird neben anderen kostbaren alt- bis jungsteinzeitlichen Fundstücken auch der Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel gezeigt. Die grösste Skulptur des europäischen Jungpaläolithikums könnte auch die älteste Darstellung eines Fabelwesens sein. Bei einem Rundgang durch die übrige Sammlung des Museums sehen wir Skulpturen und Bilder von Michael Erhart, Martin Schaffner und Hans Schüchlin, die zu den Hauptmeistern der Ulmer Schule des späten Mittelalters zählen. Am Nachmittag besuchen wir die ehemalige, südlich von Ulm gelegene Benediktinerabtei Wiblingen; Kirche und Bibliothekssaal gehören zu den grossartigsten Innenräumen des Spätbarock. 

5. Tag (Fr): Im Land der grossen Abteien und Rückreise

Direkt am Blautopf, einer geheimnisvoll blau schimmernden Karstquelle, liegt das 1085 gegründete ehemalige Kloster Blaubeuren. In der gotischen Klosterkirche stellen Hochaltar und Chorgestühl Hauptwerke der Ulmer Schule und der spätmittelalterlichen deutschen Schnitzkunst dar. Das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren ist das zentrale Museum für die Fundregion Schwäbische Alb. Weltweit einmalige Kunstwerke wie die Venus vom Hohlefels oder einige der ältesten bisher gefundenen Flöten werden in Schatzkammern präsentiert. Einmal mehr stellt sich uns die Frage: Was bewegte die Menschen der Steinzeit dazu, Kunst und Musik zu erfinden? Nach der Mittagspause besuchen wir zwei beeindruckende Abteien an der Oberschwäbischen Barockstrasse. Die 1686 von Michael Thumb im sog. Vorarlberger Münsterschema begonnene Klosterkirche von Obermarchtal gehört zu den stilbildenden Sakralbauten des süddeutschen Barock. Als ein Höhepunkt aber auch Abschluss dieser grossen Epoche kann die Kirche der Benediktinerabtei Zwiefalten angesehen werden. Der Architekt Johann Michael Fischer und ein Team von Malern, Bildhauern und Stuckateuren schufen hier ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Rückfahrt nach Zürich mit Ankunft gegen 18 Uhr.