Goldmann Reisen

40.000 Jahre Kunst auf der Schwäbischen Alb

Die Karsthöhlen am Südrand der Schwäbischen Alb gehören zu den wichtigsten urgeschichtlichen Fundstellen der Welt. Neandertaler und frühe moderne Menschen lebten hier während der letzten Eiszeit. Hier entwickelten sie vor rund 40.000 Jahren im Jungpaläolithikum - also dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit - nicht nur neue Werkzeugtechniken, sondern schufen auch einzigartige Kunstwerke und die ersten Musikinstrumente. Die mit Steingeräten aus Mammutelfenbein geschnitzten Figuren stellen bedrohliche Tiere wie Höhlenbären und Löwen oder Jagdbeute wie Wisente und Wildpferde dar. Sie alle repräsentieren die weltweit ältesten Objekte beweglicher Kunst und stehen wie die Höhlen, in denen sie entdeckt wurden, seit 2017 auf der Welterbeliste der Unesco. Auf unserer Reise besuchen wir in Stuttgart, Tübingen, Ulm und Blaubeuren die Museen, in denen die gefundenen Kunstwerke - wie der berühmte Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel - heute aufbewahrt werden. Darüber hinaus begegnen wir grossartigen spätmittelalterlichen Schnitzaltären, eindrucksvollen Pfarr- und Klosterkirchen sowie Städten, die sich ein bedeutendes architektonisches Erbe bewahrt haben. Für unser leibliches Wohl sorgt im michelinprämierten Hotel Hirsch in Sonnenbühl die schwäbische Koch-, Brau- und Winzerkunst.

 

1. Tag (Mo): Reise auf die schwäbische Alb

Im Tal der jungen Donau, vor beeindruckender Felsenkulisse, liegt das Benediktinerkloster Beuron. Hier entstand in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die sog. „Beuroner Schule“, die eine geistige und geistliche Erneuerung der christlichen Kunst anstrebte. Das heutige Kloster bildet mit seiner barocken und vom beuroner Stil geprägten Bausubstanz, seinen Kunstwerken und seiner Bibliothek ein wichtiges Denkmal im Südwesten Deutschlands. Nach der Mittagspause und einem kleinen Spaziergang durch die ehemals freie Reichsstadt Pfullendorf erreichen wir Meßkirch. In der Martinskirche sehen wir eine Reihe bedeutender Renaissance-Kunstwerke wie das berühmte Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch und die Bronzegrabmäler der Herren von Zimmern. Das der Kirche gegenüber gelegene Schloss, dessen Vorbilder in der französischen Architektur der Renaissance zu suchen sind, wurde richtungsweisend für Schloss- und Klosterbauten in Oberschwaben. 4 Übernachtungen und Abendessen im zauberhaften Hotel Hirsch in Sonnenbühl.

Obertor der ehemals freien Reichsstadt Pfullendorf

2. Tag (Di): Stuttgart und das Landesmuseum Württemberg

Angekommen in Stuttgart gelangen wir zum Schillerplatz, auf dem sich zahlreiche schöne Renaissancebauwerke befinden. Im Landesmuseum Württemberg, das sich im alten Stuttgarter Schloss befindet, besuchen wir die Abteilung für Ur- und Frühgeschichte. Hier bewundern wir eine Reihe steinzeitlicher Kleinplastiken, die während der letzten Eiszeit auf der Schwäbischen Alb entstanden sind. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Abteilung ist die Stuttgarter Keltensammlung. Die keltischen Machtzentren des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christus sind geprägt durch befestigte Fürstensitze, grosse Grabhügel sowie Importwaren aus dem Mittelmeerraum. Die Beigaben aus zahlreichen Prunkgräbern sind von einzigartiger Bedeutung für die europäische Archäologie und Kulturgeschichte; sie ermöglichen uns einen Blick auf das Leben der Kelten in Südwestdeutschland und ihre Vernetzung im prähistorischen Europa. Der Nachmittag ist frei. Ein Eldorado nicht nur für schwäbische Köchinnen und Köche ist die Markthalle. Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt gilt als einer der schönsten weit und breit.

Abendstimmung am Schillerplatz in Stuttgart

3. Tag (Mi): Universitätsstadt Tübingen und Kloster Bebenhausen

In Tübingen verbindet sich das historische Flair einer liebevoll restaurierten mittelalterlichen Altstadt mit der bunten Betriebsamkeit und dem Lebensgefühl einer jungen Studentenstadt. Vom Marktplatz, der guten Stube Tübingens, gelangen wir durch die malerischen Gassen der Altstadt zum Holzmarkt mit der Stiftskirche. Im Universitätsmuseum für alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen sind die meisten Originalfundstücke aus Eiszeithöhlen von der Schwäbischen Alb zu sehen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Tübingen haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts die ältesten Belege für Kunst, Musik und Glaubensvorstellungen der frühen Menschen geborgen und erforscht. Die Figurinen, Flöten und Schmuckstücke aus Mammutelfenbein und Knochen sowie Tierfiguren wie die wundervolle Darstellung eines Wildpferds aus der Vogelherd-Höhle wurden vor rund 40.000 Jahren geschaffen. Nach der Mittagspause besuchen wir das vor den Toren Tübingens gelegene Kloster Bebenhausen. In reizvoller Landschaft blieben hier die mittelalterlichen Gebäude einer ehemaligen Zisterzienserabtei fast unverändert erhalten.

Patrizierhäuer am Marktplatz von Tübingen

4. Tag (Do): Ulm - Münsterstadt an der Donau

Mit seinem gewaltigen fast 162 Meter hohen Turm überragt das Münster „Unserer Lieben Frau“ die alte Donaustadt Ulm. Der monumentale, ab 1377 errichtete Sakralbau birgt zahlreiche Kunstwerke wie spätgotische Altäre, farbige Glasfenster und das einzigartige Chorgestühl von Jörg Syrlin, das berühmte Männer und weise Frauen des Altertums zeigt. Ulms neue Mitte ist ein Aufsehen erregendes Stadtquartier, das in seiner modernen Formensprache bewusst auf die Kontrastwirkung zum Münster und zu den erhaltenen Altstadtvierteln setzt. Im Museum Ulm wird neben anderen kostbaren alt- bis jungsteinzeitlichen Fundstücken auch der Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel gezeigt. Die grösste Skulptur des europäischen Jungpaläolithikums könnte auch die älteste Darstellung eines Fabelwesens sein. Bei einem Rundgang durch die übrige Sammlung des Museums sehen wir Skulpturen und Bilder von Michael Erhart, Martin Schaffner und Hans Schüchlin, die zu den Hauptmeistern der Ulmer Schule des späten Mittelalters zählen. Am Nachmittag besuchen wir die ehemalige, südlich von Ulm gelegene Benediktinerabtei Wiblingen; Kirche und Bibliothekssaal gehören zu den grossartigsten Innenräumen des Spätbarocks. 

Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel im Museum Ulm

5. Tag (Fr): Im Land der grossen Abteien und Rückreise

Direkt am Blautopf, einer geheimnisvoll blau schimmernden Karstquelle, liegt das 1085 gegründete ehemalige Kloster Blaubeuren. In der gotischen Klosterkirche stellen Hochaltar und Chorgestühl Hauptwerke der Ulmer Schule und der spätmittelalterlichen deutschen Schnitzkunst dar. Das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren ist das zentrale Museum für die Fundregion Schwäbische Alb. Weltweit einmalige Kunstwerke wie die Venus vom Hohlefels oder einige der ältesten bisher gefundenen Flöten werden in Schatzkammern präsentiert. Einmal mehr stellt sich uns die Frage: Was bewegte die Menschen der Steinzeit dazu, Kunst und Musik zu erfinden? Nach der Mittagspause besuchen wir zwei beeindruckende Abteien an der Oberschwäbischen Barockstrasse. Die 1686 von Michael Thumb im sog. Vorarlberger Münsterschema begonnene Klosterkirche von Obermarchtal gehört zu den stilbildenden Sakralbauten des süddeutschen Barock. Als ein Höhepunkt aber auch Abschluss dieser grossen Epoche kann die Kirche der Benediktinerabtei Zwiefalten angesehen werden. Der Architekt Johann Michael Fischer und ein Team von Malern, Bildhauern und Stuckateuren schufen hier ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Rückfahrt nach Zürich mit Ankunft gegen 18 Uhr.

Klosterkirche Blaubeuren und Blautopf

Bildnachweis

Banner auf der Startseite: Kloster Bebenhausen © Fotograf Michael Schlegel, www.fotocommunity.de

 

Teaser auf der Unterseite Unsere Reisen: Ausblick vom Zeller Horn auf die Burg Hohenzollern © Günther Bayerl, www.gbayerl.com (Schwäbische Alb Tourismus)

 

Fotos im Haeder: Marktplatz mit saniertem Rathaus: © www.tuebingen.de, Fotograf Alexander Gonschior – Tübingen aus der Vogelperspektive: © www.tuebingen.de, Fotograf Simon Schmincke – Schloss Hohentübingen: © www.tuebingen.de, Fotograf Simon Schmincke – Schloss Lichtenstein: © Schwäbische Alb Tourismus, Fotograf Ralph Lueger, Essen – Eiszeitkunst Mammut: © Tourismus-Marketing Baden-Württemberg GmbH, Fotograf: Dietmar Denger – Herbstlicher Albtrauf über dem Roggental © Stadt Geislingen, Fotograf: Stephan Durant – Ulmer Münster und das Stadthaus Ulm © Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH / Stadtarchiv Ulm – Bibliothekssaal von Kloster Wiblingen © Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Fotograf Günther Bayerl – Kloster Bebenhausen © Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Fotograf Günther Bayerl – Burg Hohenneuffen © Schwäbische Alb Tourismus, Fotograf: Achim Mende – Kloster Blaubeuren mit Brunnen © www.blaubeuren.de, Fotograf Christel Renz – Tordurchfahrt zum Schloss Hohentübingen © Fotograf Marian Thomas, www.fotocommunity.de

 

Foto in der Listung der Reisetage: Obertor der ehemals freien Reichsstadt Pfullendorf © www.noerdlicher-bodensee.de – Neckarufer in Tübingen – © www.tuebingen.de, Fotograf Ulrich Metz – Schillerplatz und Altes Schloss in Stuttgart © www.stock.adobe.com – Löwenmensch vom Hohlenstein-Stade im Museum Ulm © www.museumulm.de – Blautopf in Blaubeuren © www.blaubeuren.de, Fotograf Christel Renz

Reisetermin

30. November - 4. Dezember 2020
(5 Reisetage)

Reiseleitung

Timo Goldmann
Timo Goldmann

 

Leistungen

Fahrt im bequemen Reisebus ab Zürich

4 Übernachtungen mit Frühstück in gehobener Hotelklasse

4 Abendessen und 2 Mittagsimbisse

Besichtigungen und Führungen lt. Programm

Reiseliteratur

Mindestteilnehmerzahl: 12 / maximal 20

 

Reiserücktritts-Versicherung
(fakultativ): ab CHF 46

Preis pro Person im Doppelzimmer:
CHF 1730 
Preis pro Person im Einzelzimmer:
CHF 1830