Dauer

5 Reisetage

Reiseleitung

Timo Goldmann, Henrik Lange
Timo Goldmann
Henrik Lange

Leistungen

  • Fahrt im bequemen Reisebus ab Zürich und Luzern
  • 4 Übernachtungen mit Frühstück in gehobener Hotelklasse
  • 4 Mittag- bzw. Abendessen, 1 Mittagsimbiss
  • 3 Operntickets in bester Kategorie
  • Besichtigungen und Führungen lt. Programm
  • Reiseliteratur
     
  • Mindestteilnehmerzahl: 16 / maximal 25

Preis pro Person im Doppelzimmer:
CHF 2520
Preis pro Person im Einzelzimmer:
CHF 2780

Alljährlich im November ehrt Bergamo seinen grössten Sohn, den Komponisten Gaetano Donizetti, mit einem Opernfestival. Donizetti war einer der gefragtesten und mit fast 70 Bühnenwerken auch einer der produktivsten Opernkomponisten seiner Zeit. Zusammen mit Bellini und Rossini steht sein Name für die Vollendung des Belcanto. Ein grosses Verdienst des Donizetti Festivals ist es, die zu Unrecht wenig gespielten Opern des Meisters wieder zum Leben zu erwecken. Freunde der italienischen Gesangskunst können gespannt darauf sein, wie Donizetti alle Register der Emotionen zieht - hier die turbulente Opera buffa Viva la Mamma!, dort die beiden spannenden Opere serie L'esule di Roma und Alahor in Granata. Bergamo ist eine Stadt mit zwei sehr gegensätzlichen Gesichtern: So gibt es zum einen die lebendige, in die Ebene gebaute „Città Bassa“ und zum anderen die verträumte, auf einem Hügel gelegene „Città Alta“. Prächtige Kirchen und Paläste sind in beiden Stadtteilen in grosser Fülle zu finden. Eine echte Überraschung ist auch Bergamos Nachbarstadt Brescia. Die charmante, über Jahrhunderte gewachsene Altstadt besitzt mit ihrem antiken und langobardischen Erbe Bau- und Kunstwerke, die ihrer Einzigartigkeit wegen zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Im grossartigen gotischen Dom von Monza sehen wir am Anreisetag die "Eiserne Krone" Italiens und ausserdem einen märchenhaft anmutenden Freskenzyklus zum Leben der Langobardenkönigin Theodelinde. Letztes Etappenziel unserer Reise wird die für ihre umfangreiche Sammlung moderner Kunst bekannte Villa Panza bei Varese sein. 

1. Tag (Do): Über Monza nach Bergamo

Die nördlich von Mailand gelegene Stadt Monza diente im frühen Mittelalter den langobardischen Herrschern Italiens als Sommerresidenz. Im Dom, dessen gotische Marmorfassade durch filigranes Masswerk, figurenbesetzte Tabernakel und eine beeindruckende Fensterrose geprägt ist, befindet sich ein umfangreicher Freskenzyklus, der das Leben der Königin Theodelinde erzählt. Die von dieser Königin gestiftete "Eiserne Krone", Symbol der Herrschaft über Italien, wird neben anderen kostbaren Werken der Goldschmiedekunst im Domschatz aufbewahrt. Weiterfahrt nach Bergamo. 4 Übernachtungen im zentral gelegenen Hotel Excelsior San Marco. Gemeinsames Abendessen.

2. Tag (Fr): Kunstreiches Bergamo und Alahor in Granata

Die auf einem der letzten südlichen Ausläufer der Alpen gelegene Città Alta erreichen wir mit der traditionsreichen Standseilbahn. Das malerische Gewirr von schmalen Gassen und majestätischen Plätzen ist noch immer von einer mehr als fünf Kilometer langen Festungsmauer mit Toren und Bastionen umgeben. Auf der Piazza Vecchia, dem Herzen Bergamos, bewachen Löwen, Schlangen und zwei wasserspeiende Sphingen das Becken des Contarini-Brunnens. Rund um die wuchtige Torre civica liegen die wichtigsten Gebäude der historischen Altstadt: der Palazzo della Ragione, die Kathedrale mit der Taufkirche und die Kirche Santa Maria Maggiore mit den Grabstätten der Musiker Donizetti und Mayr. Ein herausragendes Zeugnis der Frührenaissance ist die mit Marmorintarsien, Reliefs und Statuen geschmückte Cappella Colleoni. Gemeinsames Mittagessen und Freizeit am Nachmittag. Ein Frühwerk Donizettis erleben wir am Abend im Teatro Sociale, dem von adligen Stiftern errichteten Theaterbau der Oberstadt. Alahor in Granata gehört zu der Vielzahl von Opern über die Auseinandersetzung Europas mit der islamischen Welt – das spanische Granada war hierfür ein beliebter Schauplatz. Die Partitur der Oper galt lange als verloren, bis 1970 auf einem Dachboden in Boston eine Kopie wiedergefunden wurde. Das Festival Donizetti bringt diese spannende Familiengeschichte zu neuem Leben. 

3. Tag (Sa): Brescia – die schöne Unbekannte und Viva la Mamma!

Brescia, die westlich vom Gardasee gelegene Provinzhauptstadt, hat nicht den Ruf eine Kunststadt von Rang zu sein. Umso grösser ist die Überraschung! Schon ein erster Spaziergang durch das Centro storico offenbart einen seltenen Reichtum an antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Bau- und Kunstwerken. Wir sehen die prächtige Piazza della Loggia, das teilrekonstruierte römische Kapitol und den quirligen Domplatz mit dem alten und dem neuen Dom. Bewunderung ruft Tizians berühmtes Averoldi Polyptychon und das barocke Bijou der Santa Maria della Carità hervor. Die Corpus-Christi-Kirche gilt als Sixtinische Kapelle Brescias. Gemeinsames Mittagessen. Danach bleibt noch etwas Zeit fürs Einkaufen; vor allem im Corso Zanardelli finden sich gehobene kleine Boutiquen und Buchläden, Feinkostläden und hübsche Cafés. Am Abend dann eine Opera buffa im Teatro Donizetti in Bergamo. Die Hosenrolle kennen alle Opernfreunde. In der Regel sind es Mezzosopranistinnen, die einen Jüngling darstellen. Dass ein Bassist im Rock eine resolute italienische Mamma verkörpert, ist eher die Ausnahme. So in Donizettis Le convenienze ed inconvenienze teatrali – also Sitten und Unsitten des Theaters -, auch unter dem Titel Viva la Mamma! bekannt. Donizetti nimmt hier sein Metier gekonnt aufs Korn: Die zweite Sopranistin will ein Solo, die Primadonna ist beleidigt, der Tenor verliert seine Stimme, Komponist und Librettist können sich nicht einigen, Chaos überall. Nur Mamma Agata – mit sonorem Bassbariton – kann die Aufführung retten. 

4. Tag (So): Bergamo – Accademia Carrara und L'Esule di Roma

Schätze der italienischen Malerei hütet die altehrwürdige Accademia Carrara, die wir am Nachmittag besuchen. In diesem berühmten Kunstmuseum Bergamos sehen wir neben Venezianern und Florentinern wie Bellini, Tizian und Raffael Meisterwerke von Pisanello und Mantegna sowie vom feinsinnigen lombardischen Porträtmaler Giovanni Battista Moroni. Am Nachmittag geht es noch einmal ins Teatro Donizetti. L'Esule di Roma ist die erste von insgesamt drei “Römeropern” Donizettis mit einem klassischen Sujet - ein Werk des Übergangs zu seiner Hauptschaffensperiode. Die Senatorentochter Argelia liebt den verbannten und geächteten - eben den „esule“- Tribun Settimio, ist aber vom Vater dem siegreichen General Publio versprochen. Bei der Lösung des Konflikts im “lieto fine” spielt ein gezähmter Löwe im Colosseum eine wichtige Rolle. Gemeinsames Abendessen. 

5. Tag (Mo): Villa Panza in Varese und Heimreise

Auf der Rückreise besuchen wir die nahe Varese gelegene Villa Panza, eine elegante Residenz aus dem 18. Jahrhundert mit Blick auf einen italienischen Garten. Weltweit als Zentrum zeitgenössischer Kunst geschätzt, bewahrt sie seit den 1950er-Jahren die aussergewöhnliche Sammlung von Giuseppe Panza. Werke amerikanischer Künstler wie Dan Flavin, James Turrell und Robert Wilson entfalten hier ihre Wirkung im sensiblen Zusammenspiel von Licht, Farbe und Raum. Im 33.000 Quadratmeter grossen barock gestalteten Park setzen Werke der Land Art-Bewegung Akzente und schaffen so ein spannungsreiches zugleich aber harmonisches Zusammenspiel zwischen historischer Gestaltung und moderner Kunst. Nach der Mittagspause treten wir die Heimreise an. Ankunft in Luzern und Zürich am späten Nachmittag.