Dauer

6 Reisetage

Reiseleitung

Timo Goldmann
Timo Goldmann

 

 

Leistungen

  • Fahrt im bequemen Reisebus ab Zürich und Basel
  • 5 Übernachtungen mit Frühstück in gutem Mittelklassehotel
  • 5 Abend- bzw. Mittagessen, 1 Weinprobe
  • Eintritte und Führungen lt. Programm
  • Reiseliteratur
  • Mindestteilnehmerzahl: 12 / maximal 25

Preis pro Person im Doppelzimmer
CHF 2210
Preis pro Person im Einzelzimmer
CHF 2570

Reiserücktritts-Versicherung
(fakultativ): Preis auf Anfrage

Hier die waldreichen Höhenzüge der Vogesen, dort die steil abfallenden Felsschluchten des Jura, malerische Weinberge, klare Seen und stille Täler – die Franche-Comté verzaubert mit kontrastreichen Landschaftsbildern. So vielfältig wie die Natur ist auch das künstlerische Erbe der einst zum deutschen Königreich gehörenden Freigrafschaft. Salz- und Metallgewinnung, Weinbau und Holzwirtschaft ermöglichten es Mönchsorden, Bischöfen, Adligen und Patriziern, beeindruckende Kunstwerke in Auftrag zu geben, inspiriert von burgundischer Hofkunst und italienischer Renaissance. Nach der Annexion des Gebiets durch Frankreich wurde Besançon zur prächtigen Regionalhauptstadt, und in Arc-et-Senans entstand mit der königlichen Saline ein Meisterwerk französischer Architektur. Bedeutende Persönlichkeiten wie Victor Hugo, Gustave Courbet und Louis Pasteur wurden hier geboren und prägen bis heute die kulturelle Identität der Region. Neben der reichen Geschichte erwarten uns kulinarische Genüsse – insbesondere der berühmte Vin Jaune und der köstliche Comté-Käse. Die Franche-Comté ist eine kaum entdeckte Schatzkammer, die direkt hinter der Schweizer Grenze auf ihre Entdeckung wartet.

1. Tag (So): Reise in die Franche-Comté - Le Corbusier und Fernand Léger

Fahrt im bequemen Reisebus von Zürich über Basel in die Region Bourgogne-Franche-Comté. In Ronchamp schuf der Architekt Le Corbusier mit der Wallfahrtskapelle Notre-Dame-du-Haut einen der bedeutendsten Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts. Licht, Raum und Form verschmelzen hier zu einem Erlebnis, das Besucher tief berührt. Nach der Mittagspause im charmanten Festungsstädtchen Belfort begegnen wir in Audincourt einem weiteren Werk der Avantgarde: Für die 1951 geweihte Kirche Sacré-Cœur gestaltete der französische Maler Fernand Léger einen Zyklus leuchtender Buntglasfenster. Am Nachmittag erste Begegnung mit Besançon: Der intensiv grau-blaue Kalkstein, der über Jahrhunderte als Baumaterial diente, verleiht Kirchen und Wohnhäusern einen eleganten, einheitlichen Charakter. 5 Übernachtungen und Abendessen im zwischen Weinbergen gelegenen Hotel Domaine du Revermont.

2. Tag (Mo): In der Bresse - Marché de Louhans und das Kloster Brou 

Wenn am Montagmorgen die Gassen von Louhans vom Duft frischer Produkte und fröhlichem Stimmengewirr erfüllt sind, entfaltet sich der ganze Charme der Bresse. Der traditionelle Markt verführt mit regionalen Produkten und einer Atmosphäre, die französisches savoir-vivre spürbar werden lässt. Das ehemalige Chorherrenstift von Brou kann als Monument einer grossen Liebe gelesen werden: Margarete von Österreich, Tochter Marias von Burgund und des Erzherzogs Maximilian I., erfüllte mit dem Bau des Klosters ein Gelübde, das sie nach dem frühen Tod ihres Gemahls Philibert von Savoyen gegeben hatte. Die Stiftskirche beeindruckt durch ihre harmonische Gesamtgestaltung, zu der kostbare Steinmetzarbeiten, Fenster mit historischen und religiösen Szenen sowie die kunstvollen Grabmäler beitragen. Brou gilt als Höhepunkt spätmittelalterlicher Kunst und Architektur – hier erlebt das Haus Burgund mit Margarete, seiner letzten Vertreterin seine glanzvolle Apotheose.

3. Tag (Di): Weisses Gold – Salins-les-Bains und Arc-et-Senans

Schon die beiden hoch über Salins-les-Bains gelegenen Festungen zeugen von der Bedeutung der Salzförderung im engen Tal der Furieuse. Unterirdische Hallen und Gänge, begleitet von historischen Förderinstrumenten, lassen die 1000-jährige Geschichte der unter Unesco-Schutz stehenden Grande Saline lebendig werden. Ein weiteres Highlight früher Industriearchitektur erwartet uns in Arc-et-Senans: Die Königliche Saline, ab 1775 von Claude-Nicolas Ledoux im französischen Klassizismus errichtet, beeindruckt als monumentales Bauensemble und gehört ebenfalls zum Unesco-Welterbe. Am Nachmittag erkunden wir Dole, die alte Hauptstadt der Freigrafschaft Burgund: Spaziergang durch die malerischen Gassen des Gerberviertels zur Stiftskirche Notre-Dame und zum Geburtshaus Louis Pasteurs.

4. Tag (Mi): Besançon – Stadtschönheit in der Doubs-Schleife

Angekommen in Besançon durchstreifen wir die vom Doubs umflossene Altstadt. Wir besuchen die Kathedrale und bewundern die Porte Noire, ein beeindruckendes römisches Stadttor. In der Grande Rue 140 wurde 1802 der grosse französische Schriftsteller Victor Hugo geboren. Das Musée du Temps im prächtigen Palais Granvelle gibt einen faszinierenden Überblick über die Geschichte der Stadt – vom Einfluss enger Vertrauter des deutschen Kaisers im 16. Jahrhundert bis hin zum Aufstieg Besançons zum europäischen Zentrum der Uhrenindustrie nach der Annexion durch Frankreich. Am freien Nachmittag lädt die quirlige Innenstadt zu einem Einkaufsbummel oder einem Besuch des Musée des Beaux-Arts ein. Wer möchte, kann die gewaltige Zitadelle von Vauban erklimmen – ein Meisterwerk der Festungsbaukunst und Unesco-Welterbe.

5. Tag (Do): Le Bon Pays – Mönche, Wein und Käse

Hoch über den Weinbergen des Jura thront Château-Chalon, ein uraltes Winzerdorf mit romanischer Kirche, malerischen Gässchen und bezaubernden Bauerngärten. Im Cirque de Baume, einem von über hundert Meter hohen Felswänden umgebenen Talkessel, liegt die ehrwürdige Benediktinerabtei Baume-les-Messieurs. Hier wirkte einst Berno von Baume, der 910 erster Abt des einflussreichen Klosters Cluny wurde. In der romanischen Kirche Saint-Pierre sind Grabmäler, Skulpturen und ein kostbarer flämischer Schnitzaltar erhalten. Die Kunstwerke, das malerische Ensemble der Abtei und vor allem die spektakuläre Landschaft machen den Besuch unvergesslich. Am Nachmittag bestaunen wir den bizarren Wasserfall Cascade des Tufs, bevor wir das im Herzen des Jura-Weinbaus gelegene Städtchen Arbois erreichen. Hier verbrachte der Chemiker, Physiker und Mitbegründer der Mikrobiologie Louis Pasteur viele Jahre seines Lebens. In Erinnerung an Pasteur geniessen wir regionale Köstlichkeiten: Comté-Käse und den berühmten Vin Jaune bei einer Weinprobe.

6. Tag (Fr): Gustave Courbet in Ornans und Heimreise

Auch das hübsche Poligny, am Fuss der Juraberge gelegen, ist ein Zentrum des Weinbaus und der Milchverarbeitung. Die gotische Kollegiatkirche Saint-Hippolyte beeindruckt mit erlesenen Skulpturen des 15. Jahrhunderts. Zwei Meisterbildhauer, Claus de Werve und Juan de la Huerta, die auch im Dienst von Herzog Philipp dem Guten standen, trugen zu ihrer prächtigen Ausstattung bei. Unser letztes Etappenziel vor der Rückreise in die Schweiz ist das Städtchen Ornans im Tal der Loue. Hier wurde 1819 Gustave Courbet geboren, der bedeutendste Maler des französischen Realismus. Das harte, einfache Leben seiner Mitmenschen sowie die schroffen Kalksteinfelsen und wildromantischen Flusstäler der Umgebung prägten sein Schaffen entscheidend. Heute zeigt das in seinem Geburtshaus eingerichtete Musée Courbet eine umfangreiche Sammlung seiner Werke. Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss treten wir die Rückreise in die Schweiz an, Ankunft in Basel und Zürich am frühen Abend.