Dauer

9 Reisetage

Reiseleitung

Timo Goldmann
Timo Goldmann

Leistungen

  • Fahrt im bequemen Reisebus ab Zürich und Basel
  • 8 Übernachtungen mit Frühstück in guten Mittelklassehotels
  • 8 Mittag- bzw. Abendessen
  • Führungen und Eintritte lt. Programm
  • Reiseliteratur
  • Mindestteilnehmerzahl: 12 / maximal 25

Preis pro Person im Doppelzimmer:
CHF 2980
Preis pro Person im Einzelzimmer:
CHF 3440

Reiserücktritts-Versicherung
(fakultativ): ab CHF 120

Majestätische gotische Kathedralen und verträumte alte Städte prägen das rund um Paris und die Île-de-France gelegene Gebiet der historischen Provinzen Picardie, Normandie, Orléanais und Champagne, das ganz zu Unrecht im Schatten der Hauptstadt steht. Mit dem Chor der Abteikirche von Saint-Denis bei Paris und der Kathedrale von Sens entstehen ab 1140 die ersten Kirchenräume der Gotik. Ein Jahrhundert später sind allein im nördlichen Frankreich mehr als zwanzig gotische Kathedralen im Bau oder bereits vollendet. Der Zusammenhang zwischen französischem Königtum sowie gotischer Bau- und Bildkunst wird besonders in den Städten deutlich, denen politisch oder kulturell eine besondere Rolle im französischen Königreich zugefallen war. Unsere Reise möchte Ihnen die Entwicklung der Gotik von ihren Anfängen bis zu den grossen Leistungen des 13. Jahrhunderts vorstellen, dabei aber auch dem reichen Bildschmuck von Fenstern und Portalen auf den Grund gehen und schliesslich das sinnliche Erleben gotischer Kirchenräume ermöglichen.

1. Tag (Di): Reise in die Île-de-France

Fahrt im bequemen Reisebus von Zürich und Basel ins burgundische Sens. Saint-Étienne, ab 1140 errichtet, gilt als die erste Kathedrale der Gotik. Der von einer mächtigen Westfassade beherrschte Bau sollte möglicherweise den Primat des Erzbischofs von Sens über die anderen Bischöfe im Königreich unterstreichen. 3 Übernachtungen und Abendessen in Chartres.

2. Tag (Mi): Chartres – Triumph der Gotik

Der heutige Tag gehört der Kathedrale von Chartres. Nach dem Brand des Vorgängerbaus entsteht ab 1194 in kaum mehr als sechs Jahrzehnten ein Sakralbau, der als Summe sämtlicher Überlegungen der Frühgotik gelten kann, und dessen mächtiger Baukörper als Zeichen des Glaubens die immer noch kleine Stadt dominiert. Neben der Architektur sind es die skulpturengeschmückten Portale und der einzigartige Kirchenfensterschatz, die den Ruhm Chartres ausmachen. Am Nachmittag besteht die Möglichkeit der Kathedrale von Jouy aus entgegenzuwandern.

3. Tag (Do): Le Mans – göttliches Licht

Überwältigend ist der Anblick der inmitten der bezaubernden Altstadt von Le Mans gelegenen Kathedrale Saint-Julien. Während das Langhaus noch romanisch ist, gehört der fünfschiffige Chor zu den reifsten Leistungen der französischen Gotik. Der von farbigem Licht durchflutete Kirchenbau birgt eine Reihe beeindruckender Kunstwerke, darunter mehrere sehr lebendig wirkende Terrakottastatuen. Von grösster Seltenheit sind die Malereien in der Marienkapelle. 47 singende und musizierende Engel mit Instrumenten und Notenblättern schweben auf dem roten Grund der Gewölbezwickel. Die hübsche, noch immer von der gallo-römischen Befestigung umgebene Altstadt lädt am Nachmittag zu einem Bummel ein.

4. Tag (Fr): Saint-Denis – die Wiege der Gotik

Die Abteikirche von Saint-Denis, vor den Toren von Paris gelegen, gilt als Gründungsbau der Gotik. Die gewaltige Turmfassade, mehr noch aber der mit farbigen Fenstern versehene Umgangschor, der 1144 geweiht wurde, sind epochale Werke. Mit der umfassenden Erneuerung der Basilika unter dem heiligen Ludwig wurde ein Jahrhundert später nochmal eine Bauleistung von grosser Strahlkraft vollbracht. Die Durchlichtung des Innenraums mittels farbiger Glaswände erreicht hier einen kaum noch zu steigernden Höhepunkt. In den königlichen Grabmonumenten manifestierte sich die Vorstellung von Kontinuität und Legitimation eines überzeitlich gedachten Königtums. Im Schloss Écouen besuchen wir nachmittags das Musée national de la Renaissance. 4 Übernachtungen und Abendessen in Compiègne.

5. Tag (Sa): Frühe Kathedralen – Noyon, Laon und Soissons

Die Verschiedenartigkeit von Baugedanken während der frühen Gotik wird ganz besonders in Noyon, Laon und Soissons deutlich. Einer Reihe von Neuerungen verdankt die Kathedrale von Noyon ihren architekturgeschichtlichen Rang. Mit fünf Türmen beherrscht Notre-Dame von Laon den langgestreckten Hügel, auf dem sich auch die pittoreske Altstadt befindet. Überwältigend ist die reich gegliederte Westfassade, einmalig die 16 vollplastischen Ochsen, die aus den Obergeschossen der filigranen Westtürme herabblicken. Die Chorgestaltung der Kathedrale von Soissons gehört zu den originellsten der gotischen Baukunst.

6. Tag (So): Unterwegs in der Île-de-France

In den malerischen Gassen der alten Königsstadt Senlis scheint die Zeit still zu stehen. Die Kathedrale besticht nicht durch Grösse und Erhabenheit, sondern Virtuosität und Originalität im Detail. Einfachheit bestimmt das Bild der landschaftlich reizvoll gelegenen Zisterzienserabtei von Royaumont. Im Gegensatz dazu steht das prächtige Schloss von Chantilly. In der wertvollen Kunstsammlung des Musée Condé befinden sich neben Werken von Raffael, Poussin und anderen Meistern auch das weltberühmte Stundenbuch des Duc de Berry. Überraschend ist das plötzliche Auftauchen des Schlosses von Pierrefonds im Wald von Compiègne.

7. Tag (Mo): Reims – Krönungsstadt in der Champagne

Mit der ab 1211 erbauten Krönungskirche der französischen Könige erreicht die gotische Baukunst den Zenit ihrer Entwicklung: Portale und Galerien, Tabernakel und Strebepfeiler, aber auch – und das ist einmalig – die innere Westwand sind mit Bildwerken versehen. Die Skulpturen der Westportale, darunter das Lächeln von Reims gehören zu den bedeutendsten Werken der europäischen Bildhauerkunst. Bewunderung verdienen auch die harmonischen Proportionen der am Übergang von der Romanik zur Gotik stehenden Abteikirche Saint-Remi.

8. Tag (Di): Gotische Höchstleistungen - Amiens und Beauvais

Fast unwirklich erhebt sich Notre-Dame von Amiens aus dem Meer der Altstadthäuser. Dieser Eindruck entsteht durch das vielgliedrige Strebewerk, welches die Kathedrale an drei Seiten umgibt. Unvergesslich sind der Beau-Dieu und die Vierge-Dorée an den Trumeau-Pfeilern der Portale. Dramatisch ist die Geschichte der Kathedrale von Beauvais.  Auf grosse bauliche Ambitionen folgte eine Serie von Einstürzen. Schlussendlich blieb sie unvollendet, was als Symbol menschlicher Hybris gelesen werden kann. Und dennoch ist ihr Chor, dessen Durchlichtung und Höhenrausch das Äusserste erreichte, ein strahlendes Zeugnis für die schöpferische Kraft des mittelalterlichen Menschen.

9. Tag (Mi): Troyes und Rückreise

Auf einer von der Seine umflossenen Stadtinsel liegt die herrliche Kathedrale von Troyes. Bereits 1208 begonnen, wurde sie erst im 16. Jahrhundert vollendet. Ihr weiter transparenter Innenraum gleicht einem gläsernen Schrein. Nach der Mittagspause in der von malerischen Riegelhäusern geprägten Altstadt heisst es Abschied nehmen. Ankunft in Basel gegen 18:00 Uhr, eine Stunde später in Zürich.